
Eine Zivilisationskrankheit (auch Wohlstandskrankheit; engl. lifestyle disease) ist eine Krankheit, die in Industrieländern häufiger vorkommt als in der sog. Dritten Welt und deren Erkrankungsrisiko vermutlich von den vorherrschenden Lebensverhältnissen abhängt.
Die Errungenschaften der Zivilisation, allen voran verbesserte Hygiene, medizinischer Fortschritt in Krankheitsprävention (z. B. Impfungen) und Therapie (z. B. Antibiotikatherapie) sowie eine gesicherte Nahrungsversorgung haben dazu geführt, dass zahlreiche Krankheiten, die in vor-industrieller Zeit häufig waren, heute deutlich seltener auftreten und vor allem seltener zum Tode führen. Gleichzeitig nahm die Häufigkeit von Krankheiten zu, die man in vor-industrieller Zeit kaum kannte.
Da nicht die Zivilisation als solche, also die Errichtung einer bürgerlichen Ordnung und die Teilhabe am gesellschaftlich-technischen und medizinischen Fortschritt, sondern bestimmte in industrialisierten Ländern verbreitete Lebensstile, Verhaltensweisen und Umweltfaktoren als gesundheitsgefährdend identifiziert wurden, ist der Begriff Zivilisationskrankheit irreführend. Er ist jedoch allgemein gebräuchlich.
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vom 19.03.2012