
Volksmedizin umfasst das in der Bevölkerung von einer Generation zur nächsten überlieferte Wissen über Krankheiten, Heilmethoden und Heilmittel.
Sie bildet damit eine wesentliche Grundlage der Schulmedizin. Volksmedizin reicht bis in die Anfangsgründe des Menschseins. Neben dem reinen Ausprobieren von Heilmitteln pflanzlichen, tierischen oder mineralischen Ursprungs stehen Beobachtungen etwa von Tieren, die bei Krankheit instinktiv gewisse Pflanzen fressen. Die Überlieferung wird ständig um eigene Erfahrungen ergänzt. So werden bevorzugt die Verfahren weitergegeben, die der eigenen Erfahrung nach wirksam sind.
Zu den Heilmethoden gehören auch chirurgische Eingriffe, seit der Steinzeit, wie aus archäologischen Funden belegt ist. Weiterhin gehören hierzu Schwitzkuren und Schienung von Knochenbrüchen. Die religiöse Komponente der Volksmedizin ist ebenfalls vorhanden. Dieses Wissen wurde über Generationen hinweg weiterentwickelt und ist heute eng mit der Naturheilkunde verwandt. Die Trennung von der Schulmedizin begann spätestens ab dem 19. Jahrhundert mit der zunehmenden medizinischen Forschung an Hochschulen und der Entwicklung chemischer Medikamente. Moderne Präparate basieren sehr oft auf Wirkstoffen, die auch in der Volksmedizin verwendet wurden. Nur sind dabei die jeweiligen Wirkstoffe isoliert, chemisch analysiert und werden ggf. synthetisch hergestellt.
vom 02.03.2006
Quelle: www.wikipedia.de