
Astigmatismus, oder Stabsichtigkeit, bezeichnet in der ophthalmologischen Optik eine besondere Brechungseigenschaft des Augapfels, bei der die von Objektpunkten, d. h. von kleinsten betrachteten Details ausgehenden Lichtstrahlen sich nicht in einem Punkt auf der Netzhaut wiedervereinigen, sondern dort in einem Bereich, meist einer Strecke (deswegen "Stabsichtigkeit") abgebildet werden.
Beim Astigmatismus wird ein parallel zur optischen Achse in den Augapfel einfallender Lichtstrahl abhängig von seiner mit der optischen Achse gebildeten Einfallsebene unterschiedlich stark gebrochen. Ein astigmatisch abbildender Augapfel erzeugt ein unscharfes Bild der Umwelt auf der Netzhaut. Dies kann innerhalb der normalen Stärke von bis zu 0,5 dpt ausgeglichen werden. Angeborener, höherer Astigmatismus kann eine Amblyopie (frühkindlich erworbene, irreversible Sehschwäche) verursachen.
Ausgleich
Reguläre Astigmatismen können bis zu einer gewissen Stärke mit sogenannten zylindrischen Brillengläsern ausgeglichen werden, die eine dem Augapfel entgegengesetzte, astigmatische Eigenschaft haben. Ein Ausgleich kann auch mit weichen, torischen Kontaktlinsen erreicht werden, die durch eine asymmetrische Gewichtsverteilung ihre Ausrichtung auf der Hornhaut einhalten. Harte, sphärische Kontaktlinsen eignen sich zur Korrektur sowohl regulärer als auch irregulärer Hornhautastigmatismen, weil zwischen ihnen und der Hornhautoberfläche ein torisch geformter Tränenfilm entsteht, der den Astigmatismus ausgleicht. Schließlich kann durch refraktive Chirurgie eine Korrektur aller Astigmatismusformen erreicht werden.
Quelle: www.wikipedia.de
vom 30.07.2008