
Poltern ist eine Störung des Redeflusses ohne Wiederholungen von Lauten, Silben oder ganzen Wörtern, wie dies beim Stottern auftritt.
Die Sprechverständlichkeit muss beeinträchtigt sein, um von einer Störung sprechen zu können. Das Sprechen ist unregelmäßig und unrhythmisch, die Anläufe sind ruckhaft und schnell, das Satzmuster gewöhnlich fehlerhaft.
Neben dem überhasteten Sprechen sind Lautverschmelzungen typisch, z.B. "Hatür" statt "Haustür". Es werden also oft Silben verschluckt. Poltern kann auch als umgekehrtes Stottern bezeichnet werden.
Im Vergleich zum Stottern tritt Poltern relativ selten auf. Wenn sich Polterer jedoch nicht nur auf den Inhalt dessen, was sie sagen wollen, sondern zugleich intensiv auf die Art und Weise des Sprechens konzentrieren, können sie normal sprechen, je nach individueller Konzentrationsfähigkeit. Die meisten etwa 3 bis 4 Sätze mittlerer Komplexität.
Das Problem polternder Menschen ist die sog. Spontansprache. Der bekannteste therapeutische Ansatz ist die atemrhythmisch-angepasste Phonation nach Coblenzer/Muhar bzw. die plastische Artikulation. Das Sprechen soll demnach mit der tiefen Bauchatmung bzw. Zwerchfellatmung gekoppelt werden und dadurch einen natürlichen Rhythmus finden. Derartige Methoden erfordern jedoch viel Übung und sind meist sehr zeitintensiv.
erstellt am 02.03.2006
Quelle: www.wikipedia.de