
Als Bewegungsmangel wird ein Zivilisationsphänomen bezeichnet, das durch die Veränderungen im Berufs- und Arbeitsleben mit dem Trend zu überwiegend sitzenden Tätigkeiten in modernen Zivilisationsgesellschaften hervorgerufen wird. Diese entsprechen nicht den in früheren Zeiten vorhandenen Bewegungsnotwendigkeiten wie Jagd und Ackerbau, um die Ernährung zu sichern.
Folgen
Die Folgen des zunehmenden Bewegungsmangels sind gravierend: Allein an chronischen Rückenschmerzen leidet ein großer Teil der Bevölkerung. Neben Fehlernährung und Rauchen ist der Bewegungsmangel eine der häufigsten Ursachen für Zivilisationskrankheiten wie z. B. Bluthochdruck, Diabetes mellitus, koronare Herzkrankheit und Allergien. Die gesamtgesellschaftlichen Kosten, die in Folge von durch Bewegungsmangel verursachten bzw. begünstigten Krankheiten anfallen, gehen in die Milliarden.
Prävention
Durch Sportvereine, verstärkten Schulsport, durch Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung und durch Appelle an die Bevölkerung, in der Freizeit mehr Sport zu treiben oder ein bewegtes Leben zu führen, wird versucht, auf ein besseres Bewegungsverhalten der Bevölkerung hinzuwirken. Gegenwärtig sind bei den Krankenkassen so genannte Bonusprogramme im Gespräch: Sie wollen z. B. durch Beitragsreduzierungen erreichen, dass Versicherte in Sportvereinen aktiv mitwirken und dadurch etwas für ihre Gesundheit tun und der Versichertengemeinschaft Geld sparen helfen.
Mit steigendem Gewicht kann auch der Blutdruck klettern. Es gibt kaum noch Zweifel an einem direkten Nutzen körperlichen Trainings für Herz und Kreislauf. 45 % der deutschen Erwachsenen treiben gar keinen Sport und nur jeder achte erreicht die derzeitigen Empfehlungen für ausreichende körperliche Aktivität.
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vom 15.03.2012