
Es handelt sich um eine Autoimmunerkrankung, die eine Überfunktion der Schilddrüse und im Allgemeinen auch deren Vergrößerung (Kropf) zur Folge hat. Die vom Körper gegen das Schilddrüsengewebe gebildeten Antikörper binden an den Rezeptor für Thyreotropin (TSH), einem Hormon, welches von der Hypophyse (Hirnanhangdrüse) zur Stimulierung und somit zur Regelung der Schilddrüsenfunktion gebildet wird.
Diese Antikörper heißen TSH-Rezeptor-Antikörper (TRAK) und stimulieren nun ständig die hormonbildenden Zellen (Hyperthyreose). Positive TRAK beweisen einen Morbus Basedow. Gleichzeitig sinkt im Allgemeinen der Anteil des von der Hypophyse produzierten TSHs stark ab, weil die Hypophyse im Rahmen des Regelkreises von Hypothalamus und Schilddrüse die Information bekommt, weniger TSH zu produzieren, weil bereits ausreichend Hormone gebildet werden.
Die Diagnose gelingt in vielen Fällen allein durch eine Blutuntersuchung. Verringerte (oft nicht messbare) TSH-Werte und erhöhte Hormonwerte (idealerweise sollen die freien Hormone untersucht werden, also fT3 oder fT4) sowie das Vorhandensein von TRAK sind beweisend für einen Morbus Basedow. Als ergänzende Untersuchung wird oft eine Sonographie der Schilddrüse und gelegentlich auch eine Szintigraphie bei einem Spezialisten (vorzugsweise einem Endokrinologen oder Nuklearmediziner) durchgeführt.
Frauen erkranken etwa fünf Mal häufiger als Männer. Die Erkrankung kann in jedem Lebensalter auftreten, ein Drittel der Fälle tritt vor dem 35. Lebensjahr auf, der Gipfel liegt zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr. Es existiert eine genetische Anlage für die Krankheit. Weitere Ursachen der Erkrankung sind nach wie vor nicht geklärt.
Das gleichzeitige Auftreten von Morbus Basedow und Schilddrüsenautonomie (zum Beispiel Autonomes Adenom) heißt Marine-Lenhart-Syndrom.
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vom 15.03.2012